Denkfehler, die sie besser anderen überlassen – Teil 1

ReneHonorarberatung

inspiriert von Rolf Dobelli „ Die Kunst des klaren Denkens“ – Hanser 2011 – Teil 1

In seinen 52 Denkfehler-Kolumnen u.a. in der FAZ und in der schweizerischen SonntagsZeitung, hält Dobelli dem Leser den Spiegel vor. Dobelli spart sich selbst in seiner Kritik nicht aus und würzt seine Analysen mit Selbstironie. Nicht unbedingt alle seiner Erkenntnisse sind neu, die Beispiele sind jedoch oft anschaulich, und Idealfall alltags- oder berufsrelevant. Hier nun zum 1. Teil unserer Kurz-Zusammenfassung.

Steinzeitgehirne im Blindflug

„In den letzten 10 000 Jahren haben wir eine Welt geschaffen, die wir nicht mehr verstehen.“

Die biologische Matrix, wie unser Gehirn in den Grundzügen funktioniert, wurde bis vor etwa 10.000 Jahren final ausgeprägt Die evolutionäre Epoche der Jäger- und Sammler dauerte hingegen deutlich länger als diese vergleichsweise kurze Zeitspanne unserer Zivilisation – unser Denken hingegen, ist in den Grundzügen jedoch von der Steinzeit geprägt. Und hier „sitzt“ das grundsätzliche Problem: Unser Steinzeit-Gehirn ist für die hochkomplex-vernetzte Welt, in der wir jetzt leben, nicht wirklich optimal vorbereitet. Sofortiges intuitives Handeln, etwa bei Gefahr, wurde im Zeitalter unserer Ahnen belohnt und sicherte Ihnen das Überleben. Heute hingegen erfordern alltägliche Entscheidungen oft komplexes Nachdenken. Diese Diskrepanz ist eine der häufigsten Quellen von Fehlern und Fehlverhalten. Bei Börsenturbulenzen beispielsweise schaltet unser Gehirn dann normalerweise unvermeidlich in den „Flucht-Modus“ und drückt auf den Verkaufs-Button, statt mit ruhiger Hand erst einmal die tatsächlichen Fakten kühl zu analysieren.

Auch wenn die Zeitspanne der evolutionären Entwicklung bis dato offenbar zu kurz war, um Rationalität in unseren Genen zu verankern, so gibt es doch immerhin die Chance, rationales Denken im Alltag einzuüben – ähnlich, wie man auch ein Instrument zu spielen lernt und dies in der Folge meist immer besser beherrscht. Um die hierfür notwendige Kompetenz einzutrainieren, ist die Kenntnis typisch-archaischer Denkfehler äußerst hilfreich – idealerweise können wir Fehler immer häufiger vermeiden oder zumindest korrigieren, bevor simple Steinzeit-Reflexe ernsthafte Konsequenzen für unsere gesamte Existenz haben – wie beispielsweise impulsiv-emotionalen Anlage-Fehl-Entscheidungen beim Kauf und Verkauf von Aktien.

Take-Aways

  • Purer Aktionismus war in der Steinzeit im wahrsten Sinne überlebensnotwendig. In der Jetzt-Zeit hingegen ist aufgrund zunehmender Komplexitäten gründliches Reflektieren gefragt

  • Um die komplexe Wirklichkeit zu meistern, befragen wir Experten und folgen Autoritäten oder (eben immer noch archaisch motivierte) dem Herdentrieb

Und was dies wiederum für Folgen hat, erfahren Sie in Kürze in Teil 2 unserer Blog-Serie